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Aktuelle Information - Rente und Altersarmut: Die Rentner-Rikscha. Es ist 5 vor 12 ... gesetzliche Rente und Rentenlücke | Versicherungsagentur Thomas Schuster

Die Rentner-Rikscha

Was auf den ersten Blick vielleicht lustig klingen mag, hat in Wirklichkeit einen sehr ernsten Hintergrund.
 

Unser derzeitiges gesetzliches Rentensystem steht vor dem Kollaps. Es ist nicht mehr 5 vor 12, es ist 2 vor 12 oder noch später!

Wie funktioniert das gesetzliche Rentensystem?

Die Mitglieder der gesetzlichen Rentenversicherung erwerben aufgrund ihrer Beiträge einen Anspruch auf eine eigene gesetzliche Rente in der Zukunft. Diesen Anspruch können sie jedoch nur bei den jeweils nachfolgenden Generationen geltend machen. Die Finanzierbarkeit setzt auf ein ausgewogenes Verhältnis von jungen zu alten Menschen (Generationenvertrag). Dass dieses Verhältnis in keiner Weise mehr stimmt, ist hinlänglich bekannt.

Wie krank ist das gesetzliche Rentensystem wirklich?

Stellen Sie sich bitte eine Kutsche oder besser noch eine Rikscha vor. Hinten sitzt ein Leistungsempfänger (Rentner) und läßt sich ziehen - was er sich nach einem langen Berufsleben auch redlich verdient hat - und vorne strampeln die Beitragszahler (Beschäftigten).
 
1965  -  1:6 Im Jahr 1965 betrug das Verhältnis von Rentnern zu Beitragszahlern noch 1:6. Dementsprechend niedrig waren die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung.
 
heute  -  1:3 Aktuell liegt das Verhältnis bei rund 1:3. Das heißt, drei Beitragszahler erwirtschaften die Rente für einen Leistungsempfänger. Der aktuelle Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung beläuft sich auf etwa 20% des Einkommens. Das bedeutet: Ein Rentner bekommt von drei Beitragszahlern jeweils 20% ihres Einkommens, zusammen also rund 60%. Dass dies nicht exakt stimmt, liegt daran, dass der gesetzliche Rententopf noch durch andere Steuereinnahmen gestützt wird - aktuell mit rund 80 Milliarden Euro pro Jahr, Tendenz steigend.
 
2035  -  1:1 Bereits Im Jahr 2035, wenn also die meisten der heutigen Beitragszahler selbst Rentner sind, beträgt das Verhältnis nur noch 1:1. Nun sitzt ein Rentner hinten in der Rikscha und ein Beschäftiger strampelt.

Was bedeutet das konkret?

Bliebe die Rentenhöhe auf heutigem Stand von 60%, dann müßte dies der eine Beitragszahler alleine aufbringen. Er würde also nicht mehr 20% seines Einkommens in die gesetzliche Rente zahlen müssen, sondern 60%. Das ist unrealistisch. Das wissen wir alle.
 
Bliebe hingegen der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung auf heutigem Niveau, dann könnten Sie als Rentner 2035 nur noch ein Drittel einer heutigen Durchschnittsrente bekommen. Das funktioniert auch nicht. Darüber sind wir uns sicher auch einig.

Fazit

Entweder müssen die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung stark steigen, oder die Renten werden weiter gekürzt, am wahrscheinlichsten beides. Allein deshalb wäre es schon enorm wichtig, schleunigst Eigeninitiative zu ergreifen und selbst vorzusorgen.

Aber es geht noch weiter - die bisherigen Verschlechterungen

Die Lebensarbeitszeit wird schrittweise angehoben, um der schrumpfenden Zahl von Beschäftigten immer länger in den Geldbeutel greifen zu können. Zudem wird die einst mühsam erarbeitete Rente immer höher besteuert. Hinzu kommen mehrere Rentenreformen, die erneute Änderung der Rentenanpassungsformel, Verschlechterun- gen bei der Berücksichtigung von Schul- und Hochschulzeiten und Verschlechterungen bei der Berücksichtigung von Berufsausbildungszeiten. Mit dem seit 2005 wirksamen Nachhaltigkeitsfaktor wurde das langfristige Sinken der Nettorenten bereits gesetzlich verankert.

Und auch das war noch nicht alles, denn erschwerend kommt noch hinzu ...

"Kinder haften für Ihre Eltern!" Das heißt, bevor das (aus Steuern und Abgaben finanzierte) staatliche Sozialsystem überhaupt greift, kommt der § 1601 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) zum Zuge. Dort steht: Verwandte in gerader Linie sind verpflichtet, einander Unterhalt zu gewähren.

Was soll man jetzt tun?

Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder den Kopf in den Sand stecken, nichts tun und abwarten, bis es zu spät ist. Oder - und diese Option erachten wir als wesentlich sinnvoller - jetzt das Heft selbst in die Hand nehmen und handeln!
 
Dazu können Sie 50 EUR, 100 EUR oder einen anderen Betrag auf ein Sparbuch legen. Das wäre zumindest ein Anfang, auch wenn die Inflation den Wert Ihrer Ersparnisse schrumpfen ließe. Sie können aber auch "richtig" sparen. Und Sie können - was bisher leider viel zu wenige machen - die staatlichen Förderungen hierzu in Anspruch nehmen.
 
Beispielsweise haben viele Arbeitnehmer die Möglichkeit, alleine schon aus 40 EUR Vermögenswirksamer Leistung 75 bis 80 EUR Anlagebetrag herauszuholen, den sie monatlich für ihre Altersversorgung ansparen können. Und das, ohne dass sie netto weniger Gehalt in der Tasche haben als vorher.
 
Was sonst noch möglich ist, das zu erläutern würde hier den Rahmen sprengen. Gerne informieren wir Sie ausführlich hierüber in einem persönlichen Gespräch. Rufen Sie uns einfach an und wir vereinbaren einen gemeinsamen Termin. Gemeinsam finden wir sicher eine Lösung, bei der Qualität und Leistung stimmen.
 
Telefon 08206 / 9639 480
E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
 
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