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Pflege | Pflegegrad | Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung | Wer kann einen Antrag stellen?
           
Thomas Schuster Versicherungsagentur  

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Pflegegrade und Antragstellung

Pflegebedürftig [...] sind Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, in erheblichem oder höherem Maße der Hilfe bedürfen (§14 SGB XI).
           
Je nach dem Umfang des Hilfebedarfs werden die Pflegebedürftigen in unterschiedliche Pflegegrade eingestuft. Die Entscheidung, welcher Pflegegrad vorliegt, trifft die Pflegekasse unter maßgeblicher Berücksichtigung des Pflegegutachtens. Von dem Pflegegrad ist abhängig, ob und in welchem Umfang der Pflegebedürftige Leistungen von der Pflegekasse beanspruchen kann (§15 SGB XI).

Definition der Pflegestufen - bis 2016

Pflege, Pflegebedarf, Pflegestufen, Einstufung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK): Welche Voraussetzungen gelten hierfür?

Pflegestufe 0: Als Pflegestufe 0 wird der Pflegeumfang bezeichnet, für den weniger Zeitaufwand nötig ist als für Pflegestufe 1. Dies entspricht einer einfachen Unterstützung im Haushalt bzw. einem Pflegeaufwand von höchstens eineinhalb Stunden täglich.

Pflegestufe 1: Eine Person, die erheblich pflegebedürftig ist, wird in die Pflegestufe 1 eingestuft. Die Pflege nimmt hier zwischen 90 und 180 Mi- nuten am Tag in Anspruch. Mindestens 45 Minuten davon entfallen davon auf die Grundpflege (Essen, Trinken, Körperpflege, Mobilität).

Pflegestufe 2: Die Einstufung in Pflegestufe 2 erfolgt, wenn man schwer pflegebedürftig ist. Der tägliche Pflegeaufwand beträgt zwischen 180 und 300 Minuten, mindestens 120 Minuten davon entfallen auf die Grundpflege.

Pflegestufe 3: Ein schwerstpflegebedürftiger Mensch wird in Pflegestufe 3 eingestuft. Die Pflege nimmt hier mehr als 300 Minuten am Tag in Anspruch. Zudem beträgt der Aufwand für die tägliche Grundpflege mindestens 240 Minuten täglich. Es muss auch nachts zwischen 22 und 6 Uhr regelmäßig Grundpflege anfallen.

Härtefallregelung: Eine Person, die erheblich mehr Pflege braucht als in Pflegestufe 3, kann als Härtefall eingestuft werden. Dies kann der Fall sein bei Krebs im Endstadium, bei schwerer Demenz oder im Wachkoma.

Definition der Pflegegrade - seit 2017

Einzelpunkte – Erst werden die Fähigkeiten in den einzelnen Lebens- bereichen (Modulen) wie Mobilität, kommunikative Fähigkeiten, Selbst-versorgung oder Gestaltung des Alltagslebens betrachtet und bewertet.

Gewichtung – Dann werden die Punkte je Modul zueinander gewichtet.

Gesamtpunkte – Aus der Summe dieser gewichteten Einzelpunkte ergibt sich dann die Gesamtpunktzahl.

Einstufung – Auf Basis dieser Gesamtpunktzahl erfolgt die Einstufung in den jeweiligen Pflegegrad. Hierbei gilt folgende Einstufung:

Pflegegrad 1 – von 12,5 bis unter 27 Punkte: geringe
Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten

Pflegegrad 2 – von 27 bis unter 47,5 Punkte: erhebliche
Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten

Pflegegrad 3 – von 47,5 bis unter 70 Punkte: schwere
Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten

Pflegegrad 4 – von 70 bis unter 90 Punkte: schwerste
Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten

Pflegegrad 5 – von 90 bis 100 Punkte: schwerste
Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

Die Umwandlung bestehender Pflegeversicherungen

Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff mit fünf Pflegegraden anstatt drei Stufen soll eine individuellere Einstufung und passgenauere Leistungen in der Pflege ermöglichen. Alle Pflegebedürftigen im gleichen Pflegegrad (egal ob körperlich, demenziell oder psychisch beeinträchtigt) haben so Anspruch auf die gleichen Leistungen. So wurden die bisherigen drei Pflegestufen in fünf Pflegegrade umgewandelt.

bis 2016
ab 2017  Pflegegrad 1 (neu)

bis 2016 Pflegestufe 0 + eingeschränkte Alltagskompetenz
ab 2017  Pflegegrad 2

bis 2016 Pflegestufe 1
ab 2017  Pflegegrad 2

bis 2016 Pflegestufe 1 + eingeschränkte Alltagskompetenz
ab 2017  Pflegegrad 3

bis 2016 Pflegestufe 2
ab 2017  Pflegegrad 3

bis 2016 Pflegestufe 2 + eingeschränkte Alltagskompetenz
ab 2017  Pflegegrad 4

bis 2016 Pflegestufe 3
ab 2017  Pflegegrad 4

bis 2016 Pflegestufe 3 + eingeschränkte Alltagskompetenz
ab 2017  Pflegegrad 5

bis 2016 Härtefall
ab 2017  Pflegegrad 5
 

Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung

Unter Grundpflege versteht man die Hilfe bei den Verrichtungen aus den Bereichen Körperpflege, Ernährung und Mobilität. Hilfe kann auch die Beaufsichtigung oder die Anleitung der pflegebedürftigen Person bedeuten mit dem Ziel der eigenständigen Übernahme dieser Verrichtungen. Hauswirtschaftliche Versorgungen sind beispielsweise Essen vorbereiten, Putzen, Einkaufen und dergleichen mehr.

Wer kann einen Antrag stellen?

Wer einen Antrag stellen kann, ist ganz klar im Sozialrecht geregelt. Antragsberechtigt ist die versicherte Person, sofern sie das 15. Lebensjahr vollendet hat (§ 36 SGB I). Sie kann aber auch eine andere Person bevollmächtigen (§13 SGB X). Für Minderjährige handeln die Eltern oder ein Vormund als gesetzliche Vertreter. Volljährige Pflege- bedürftige kann ein Berufsbetreuer bei der Antragstellung vertreten, sofern es zu seinem Betreuungsbereich gehört.
 
Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung werden nur auf Antrag gewährt (§33 SGB XI). Sie werden nicht rückwirkend erbracht. Deshalb ist es wichtig, die Leistungen frühzeitig zu beantragen. Sind Leistungen nur befristet bewilligt worden, muss vor dem Ablauf der Frist ein neuer Antrag gestellt werden. Hierauf muss die Pflegekasse hinweisen.
 
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